Einführung
Gretel Haas-Gerber (1903-1998) zählt zu den bedeutendsten südwestdeutschen Künstlerinnen der figurativrealistischen Kunst im 20. Jahrhundert. Das Frühwerk entfaltete sich zwischen Neuer Sachlichkeit und expressivem Realismus. Die Ablehnung ihrer ausdrucksstarken Bildniskunst durch die Nationalsozialisten führte zum Rückzug der Künstlerin in die Familie. Nach langer Unterbrechung wandte sich Gretel Haas-Gerber in den 50er Jahren wieder der Kunst zu, begann 1969 ein zweites Kunststudium. Gesellschaftlichpolitische Themen kennzeichnen ihre Kompositionen im Stil des neuen kritischen Realismus.
1985 kehrte sie in ihre Heimatstadt zurück, knüpfte Kontakte zur jüngeren Künstlergeneration, arbeitete kontinuierlich weiter und entwickelte ein außergewöhnliches Alterswerk. Ein Jahr vor ihrem Tod erhielt sie den „Maria-Ensle-Preis“ der Kunststiftung Baden-Württemberg.