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»Die klugen und die törichten Jungfrauen«

WV-Nr.: 300-22

RW-Nr.: 0168G

Jahr: um 1930

Maße: 49,00 x 73,00 cm

Technik: Öl auf Leinwand

Signatur/Datierung/Bezeichnung:
Unten links monogrammiert und datiert: GHG 1929, verso mit dem Nachlassstempel versehen und durch Heidrun Kaupen-Haas autorisiert

Standort:
Privatbesitz

Provenienz:
Nachlass der Künstlerin

Schlagworte:
Frühwerk, biblische Themen, Jungfrau, Frau

Bemerkungen:
Gretel Haas-Gerber gibt das biblische Gleichnis (Matthäus 25, 1-13) in freier Abwandlung wieder, statt fünf malt sie sieben kluge und sieben törichte Jungfrauen. Anders als die Maler und Bildhauer der Spätgotik, die das Thema vielfach verarbeiteten, stellt die Künstlerin die beiden Gruppen einander nicht gegenüber, sondern überlässt den törichten Jungfrauen die Bühne im Bildvordergrund, während die klugen vom Schein ihrer Lampen zu einer homogenen Masse verschmolzen und an den Bildrand gedrängt der Stadt im Hintergrund entgegen ziehen. An die Stelle moralisierender Didaktik tritt das malerische Studium des verzweifelten Individuums: Gefasstheit, solidarischer Trost und innere Einkehr, verkörpert von den schwarz gekleideten Jungfrauen in zweiter Reihe, werden kontrastiert mit der kindlichen Reaktion des protestierenden Entkleidens und der geradezu hysterischen Wut der bereits nackten Jungfrau rechts. Die bewusst fahrige Malweise und die mit dem Pinselstiel ins Farbmaterial gebrachten Ritze korrespondieren mit der linkischen Gestik der törichten Jungfrauen und machen die Affektivität der Szene auf einer körperlichen Ebene spürbar. [M. Strumann]