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»Isolation - Zimmerbild I«

WV-Nr.: 300-28

Jahr: 1978

Maße: 110,00 x 160,00 cm

Technik: Öl auf Leinwand

Standort:
Privatsammlung, Hamburg

Provenienz:
Nachlass der Künstlerin

Schlagworte:
Akademie Düsseldorf, Hausarbeit, Hausfrau, Frau, Isolation, Werkkomplex Zimmerbilder

Bemerkungen:
Zwischen 1977 und 1980 bearbeitete Gretel Haas-Gerber wiederholt die im Verborgenen stattfindende, gleichermaßen einsame wie vereinsamende Hausfrauentätigkeit. Nach eigener Aussage inspiriert vom Bau der Hochhaussiedlung Garath in Holthausen-Benrath bei Düsseldorf [vgl. Ausst.-Kat. Offenburg 2007, S. 110] zeigen die Gemälde kalte, anonyme Räume, in denen augenscheinlich mehr geputzt denn gewohnt wird. Die Hausfrau in „Isolation – Zimmer I“ ist in einen beinahe leeren kubischen Raum gesetzt, der in drei Zonen unterteilt erscheint. Rechts genehmigt sich die in Kittelschürze und abgetragene Sonntagsschuhe gekleidete Hausfrau eine kurze Pause. Doch die nur auf den Zehenspitzen aufgesetzten Füße zeugen von der zum Automatismus gewordenen Bereitschaft, jeden Moment aufzuspringen, um die Arbeit fortzusetzen. Im linken Bildteil werden – sorgfältig aufgereiht wie Folterwerkzeuge – die Instrumente zur Behandlung der Bodenfläche bereitgehalten. Zwischen diesen beiden Bildzonen vermittelt der ein wenig Arbeitserleichterung versprechende Staubsauger, der auch in seiner klaren Farbigkeit deutlich hervorsticht. Die pastellene Farbpalette und der kreidige Farbauftrag lassen die Bildoberfläche staubig und schmutzig erscheinen und konterkarieren das Bildthema auf humorvolle Weise. Die Hausfrauenbilder leiten eine Phase im Spätwerk der Künstlerin ein, die geprägt ist von der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen wie Macht, Konsum und Geschlecht.